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Wenn Schaffhausen hustet, hat Feuerthalen Grippe

1970 – 1989

Solange es der Schaffhauser Industrie gut geht, geht es Feuerthalen blendend. Bis 1970 wächst die Bevölkerungszahl auf über 3‘100 Einwohnerinnen und Einwohner. Dann schlittert die Industrie in eine Krise. Ausgelöst wird sie 1973 durch die OPEC, die Organisation der erdölexportierenden Staaten. Als Reaktion auf den arabischen-israelischen Jom-Kippur-Krieg drosseln diese den Erdölexport, um die westlichen Staaten zu zwingen, die Unterstützung Israels einzustellen. Die Erdölpreise steigen rasch um das Dreifache und die westlichen Staaten befürchten, dass ihnen schon bald das Erdöl ausgeht. Der Bundesrat verfügt unter anderem drei autofreie Sonntage.

Mit dieser Krise geht die langjährige Hochkonjunktur zu Ende. Besonders betroffen ist die Industrie und damit die Region Schaffhausen. Verschiedene Unternehmen müssen den Betrieb einstellen, viele bauen Arbeitsplätze ab.

Feuerthalen bekommt dies – ähnlich wie schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts– deutlich zu spüren. Die Bevölkerungszahlen beginnen rasant zu sinken.

Auch als es der Gesamtwirtschaft wieder besser geht, leidet die Industrie weiter, befindet sie sich doch mitten in einem strukturellen Umbau. Sie muss sich quasi neu erfinden. Bis 1989 geht die Bevölkerungszahl von Feuerthalen auf 2636 Personen zurück. Dann fängt sich die Schaffhauser Wirtschaft wieder auf und strebt einer neuen Blüteperiode entgegen. Sofort ziehen wieder mehr Leute nach Feuerthalen. 2002 wird die 3‘000er-Grenze zum zweiten Mal überschritten. Derzeit zählt Feuerthalen mit über 3‘600 Einwohnerinnen und Einwohner mehr Menschen als je zuvor in der Geschichte.

In den 1970er-Jahren schlittert die Schaffhauser Industrie in eine tiefe, strukturelle Krise (Bild: CIS Schaffhausen um 1970).
In den 1970er-Jahren schlittert die Schaffhauser Industrie in eine tiefe, strukturelle Krise (Bild: CIS Schaffhausen um 1970).

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