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Die Bleulersche Malschule: Ein Gewerbe zwischen Kunst und Kommerz

1788 – 1832

Während des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts gilt die Schweiz in Europa im Zeitalter der Romantik als Inbegriff unberührter Natur und heiler Welt. Die Schweiz wird in diesen Jahren zu einem der beliebtesten Reiseländer Europas. Da die Reisenden bereits damals gerne Souvenirs heimgebracht haben, erlebt auch die Vedutenmalerei in der Schweiz eine Hochblüte. Als Veduten werden kleine Malereien bezeichnet, die Landschaftsbilder originalgetreu wiedergeben und bis zum Aufkommen der Fotografie die Funktion von Ansichtskarten hatten.

Zu einem der bedeutendsten Vedutenmaler wird Johann Heinrich Bleuler (1758 – 1823). Bleuler wird in Zollikon geboren und zieht 1788 nach Feuerthalen. Hier eröffnet er seine Malschule. 1798 gehört Bleuler zu den Anhängern der Helvetischen Republik. 1799 lässt er sich für fünf Jahre im Schloss Laufen nieder. Weil er die Helvetische Republik unterstützt hat, darf er unter den Regimes der Mediation und der Restauration aber seine Malschule nicht mehr auf Schloss Laufen betreiben. Er kehrt deshalb 1804 nach Feuerthalen zurück, wo er seine Schule und seinen Betrieb im Fürstengut, dem heutigen Gemeindehaus, ansiedeln kann. Bleuler ist nicht nur ein guter Maler, sondern auch ein geschickter Unternehmer. Er macht sich bei den Fürsten Europas beliebt und bringt seine Malschule schon bald zur vollen Blüte. Nach seinem Tod 1823 übernimmt sein Sohn Heinrich jun. die Malschule. 1832 kann er das Schloss Laufen pachten und seine Werkstätten wieder dorthin verlegen. Nach einer wechselvollen Geschichte muss die Malschule 1850 Konkurs anmelden.

 

Das Bild „Die roten Berge» malte Johann Heinrich Bleuler zwischen 1804 und 1820 in Feuerthalen.
Das Bild „Die roten Berge» malte Johann Heinrich Bleuler zwischen 1804 und 1820 in Feuerthalen.

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