Hilari

Seit mehr als 600 Jahren feiern die vier äussersten Dörfer im Norden des Kantons Zürich den Hilari. Jeweils in der Woche des 13. Januars geht es in Feuerthalen, Langwiesen, Flurlingen und Uhwiesen hoch zu und her. In Feuerthalen erlebt der Brauch seit geraumer Zeit eine wahre Renaissance. Am Festwochenende ist das ganze Dorf auf den Beinen, Garagen verwandeln sich in Bars, die alten Generationen erleben einen zweiten Frühling und umgekehrt. Da solche Anlässe ohne Musik nur halb so schön wären, wird die gesamte Hilari Zeit von Musikern begleitet. Mit Stolz können die vier Hilarigemeinden am Cholfirst als Ursprung ihres Festes auf eine während Jahrhunderten überlieferte Sage verweisen. Sie erzählt von schweren Zeiten, von Treue und Dankbarkeit und besticht, bei aller Kürze, durch ihre innere Logik:

„Vor Jahrhunderten lebte auf Schloss Laufen das Edelfräulein Bertha von Laufen. Es wurde von seinen Untertanen verehrt und geliebt, denn es führte ein mildes Regiment. Als ein Ritter aus dem Schwabenland sie begehrte und um ihre Hand anhielt, verweigerte sie ihm diese, denn sie wollte ihre Untertanen nicht verlassen. Indes, der Ritter gab nicht nach und belagerte mit seinen Knechten das Schloss. In grosser Not liess Bertha heimlich Boten ausschicken und rief die Männer der Dörfer Uhwiesen, Flurlingen, Feuerthalen und Langwiesen um Hilfe. Diese kamen sogleich und gingen wacker zur Sache. Die fremden Eindringlinge wurden verprügelt und des Landes verjagt. Zum Dank für die erlösende Tat und zum Andenken an ihren Schutzpatron, den heiligen Hilarius, vermachte das Burgfräulein ihren Bauern auf ewige Zeiten den Cholfirstwald. Darum herrschte in den vier Gemeinden eitel Freude bei gross und klein, und so wird dieser Anlass gefeiert bis auf den heutigen Tag. Die Schenkungsurkunde aber wird verwahrt im Archiv des Uhwieser Kirchleins.“

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