1302 - das erste Mal “Feuerthalen“?

1302/1303

Nun verlieren sich die Spuren des frühen Langwiesen. Sie tauchen erst einige Jahrhunderte später wieder auf – und nun begegnet uns nicht nur Langwiesen, sondern auch Feuerthalen.
Am 27. November 1155 erscheint erstmals das Bistum Konstanz als Besitzer der Herrschaft Laufen. Um einen Überblick über ihre Einkünfte zu haben, führen die mittelalterlichen Grundherren sogenannte Urbare, eigentliche Einkünfteverzeichnisse. Vom Bistum Konstanz liegt ein solches Urbar aus den Jahren 1302/03 vor. Dieses Urbar listet auf, was das Bistum von welchem Dorf erwarten darf. Das Zentrum bildet der Hof Laufen als Mittelpunkt der ganzen Grundherrschaft. Dann werden die Dörfer Uhwiesen, Flurlingen, die verschwundene Siedlung „Berchen und zwei Hofstätten in Dachsen erwähnt. Für die Ortsgeschichte Feuerthalens besonders wichtig sind die Erwähnung Langwiesens und Feuerthalens. Langwiesen umfasst gemäss diesem Urbar drei Höfe mit 12 bis 15 Jucharten Ackerland. (Eine Jucharte ist ein altes, landwirtschaftliches Bodenmass, das je nach Geländebeschaffenheit 24 bis 36 Aren umfasst hat.)
Feuerthalen dagegen bestand gemäss dem Urbar nur aus einem einzigen kleinen Hof. Die Erwähnung Feuerthalens im besagten Urbar birgt einige Brisanz. Offiziell gilt, dass Feuerthalen das erste Mal 1318 urkundlich erwähnt worden sei. 1302 aber liegt vor 1318! Die Quelle dafür ist sehr glaubhaft. Der renommierte Zürcher Historiker Hans Kläui, der 1976 die Schrift «1100 Jahre Langwiesen» verfasst hat, erwähnt in dieser Schrift mehrmals das bischöfliche Urbar.



Karte des Bistums Konstanz aus dem 18. Jahrhundert.

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